Man
spricht etwa seit 1800 von einem ,,Park" an dem um 1700
errichteten Schloss Köstritz (1972 abgerissen). Er wurde
angelegt durch Graf Heinrich 43. j.L Reuß (1759-1814) und
seinem Hofgärtner Garten-Inspektor J.G. Felder (+ 1804).
Vorbilder
hierzu waren jene Parks, die der kunstsinnige Graf auf
seinen Reisen in andere europäische Länder kennen lernte
und jene Aktivitäten in Weimar, die durch Herzog Carl
August und Goethe bei der Ausformung des Ilm-Parks initiiert
wurden. Heinrich 43. unterhielt von 1802 bis 1812 ein
eigenes Palais am heutigen Theaterplatz in Weimar (heute
Teile des Theater-Casinos). Ein ausgesprochener
Gartenarchitekt ist nicht nachweisbar bis auf die für den
Grafen angefertigten Park- und Landschaftsskizzen, die der
damalige Eleve Friedrich Schinkel (*1781) bei seinem
Aufenthalt am Grafenhof in Köstritz 1800/01 hinterließ.
Schinkel war beauftragt Entwürfe zum Umbau des Köstritzer
Schlosses anzufertigen. |
Die
einst als Landschaftspark im damalig modernen englischen
Stil vorgesehene Köstritzer Gesamtanlage hatte einen Umfang
von weit über 100 ha und reichte vom Köstritzer Schloss,
bis zur Oelsdorfmühle über die Herrenallee und Dürrenberg
(damals Louisium genannt) bis zur Waldung Vogelherd, ja
sogar bis zur damaligen Försterei im Eleonorental an der
Fahrstraße nach Reichardtsdorf
Heute definiert die Stadtverwaltung von Bad Köstritz den
Park, eingetragen als
,,Gartendenkmal" bei der Thüringer Denkmalbehörde in
Erfurt, als eine Fläche von ca. 35 ha.
Der
Park im Elstertal erstreckt sich vom Schlosshotel (erbaut
1995 an Stelle des 1972 abgerissenen Hauptgebäudes des
Schlosses) bis zum Schafsbach am Fahrweg nach Hartmannsdorf. |
Für
den Park wurde 1998/99 im Auftrag der Stadtverwaltung von
Gartenarchitekten ein Parkpflegewerk erarbeitet. Es umfasst
als wesentlichste Detailelemente die große Festwiese am
Schlosshotel, das 1965 eingerichtete Tiergehege, die
Parkteiche (auch Eisteiche genannt), den alten angepflanzten
Baumbestand sowie jene in den Flächen stehenden
Parkarchitekturen. Als Parkarchitekturen wurden der Tempel
(nachweisbar seit etwa 1725), die Steinbank (auch als "Exctra"
bezeichnet - ein Schinkelentwurf), die Sandstein-Vase (eine
"Fackel" für den Begründer des Parks) sowie der
einstigen Amalien-Stein (ebenfalls ein Schinkel-Entwurf)
bezeichnet.
Der
Amalien-Stein auf dem kleinen Inselchen im großen Parkteich
wurde nach der Weimarer Herzogin Anna Amalia, gestorben
1807, benannt. Zur Parkarchitektur gehört auch die aus
Naturstein erbaute Park-Brücke über der Hohle am
Philosophenweg im über der Parkstraße liegenden
ansteigenden und bewaldeten Parkbereich. |