| DAHLIEN
seit 1809 in Köstritz
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| Wie
kam die Dahlie nach Köstritz? |
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Nachdem 1790
Cavanilles die von Mexiko nach Europa eingeführte Dahlie erstmals am
spanischen Hof in Madrid kultivierte und beschrieb und Alexander
Humboldt von seiner Reise 1804 Samen anderes farbiger Spezies dieser
Pflanze nach Berlin mitbrachte, verbreitete sie sich durch enorme
Vermehrungsarbeit des Gärtners Otto im Botanischen Garten in Berlin.
Sie gelang dadurch an fast alle deutschen Fürstenhöfen und
Herrenhäusern.
Bereits 1809 werden am Fürstenhof Reuß-Köstritz zwei einfachblühende
Dahlien (damals fälschlicherweise noch ,,Georginen" genannt) zum
Überwintern in einem Pflanzenverzeichnis von Hofgärtner Mulisch aufgelistet. Es ist
anzunehmen, dass sie durch die engen Kontakte des Fürsten Heinrich 43. Reuß-Köstritz mit dem
botanisierenden Herzog Carl August in Weimar von dort nach hier gelangten.
Der ,,Salzschreiber" Christian Deegen
(1798 - 1888) im Kahlaer Floßamt konnte sich nach einem Lotteriegewinn
1824 in das Köstritzer Palais einkaufen und seinen Lebenswunsch
erfüllen, autodidaktisch eine Gärtnerei in dem daran anschließenden
großen Garten einzurichten. Er brachte aus Kahla bereits über 20 ,,Georginen"
mit, die er als Blumenliebhaber größtenteils in seines Vaters Garten
teils selbst erzüchtet hatte. Die ersten Dahlienknollen erhielt Deegen
bei seinem Besuch im Botanischen Garten in Belvedere (bei Weimar) 1812
vom dortigen Garteninspektor Sckell geschenkt. Eine eigene
Handelsgärtnerei mit Georginen eröffnete er schließlich 1826 in
Köstritz. Während seines Gärtnerlebens gab er über 60
Georginen-Kataloge heraus.
Deegens Kinder, Enkel und Urenkel führten die Dahlienzüchtung und
-vermehrung bis 1962 am Standort Bad Köstritz erfolgreich weiter.
Der schönen ,,Mexikanerin" verschrieben
sich auch noch weitere Köstritzer Gärtner wie Johann Sieckmann ab 1836
und Paul Panzer ab 1876.
Heute betreibt nur noch der Gartenbaubetrieb Paul Panzer (Inhaber Dirk
Panzer in 4. Generation) das ,,Geschäft" mit der Dahlie und das
außerordentlich erfolgreich auf allen größeren Blumenausstellungen
Deutschlands.
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| Die
Bedeutung der ,,Dahlie“ heute in Bad Köstritz |
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Köstritz wird
allgemein in Deutschland als die Wiege der Dahlienzüchtung anerkannt (z.B. von der ,,Deutschen Dahlien-, Fuchsien- und
Gladiolen-Gesellschaft", gegründet 1897).
Die DDFGG hielt bereit 1903 eine erste Tagung in Köstritz ab und
wiederholte dies im Jahr 2000 zur 103. Jahrestagung.
In den 20iger Jahren agierte werbewirksam die Stadt Bad Köstritz
gezielt mit den ,,3 B", eins stand neben Bier und Bad für die Blumen (Dahlien und
Rosen). Bereits mit der Gründung des Köstritzer ,,Institut Settegast" 1886 und der darin
integrierten ersten "Höheren Gartenbauschule" Thüringens wurde die Bedeutung des Ostthüringer Ortes
Köstritz als Gartenstadt bis 1945 von den Absolventen in alle Welt getragen.
In der Nachbar-Großstadt Gera legte man 1928
einen Dahliengarten an, der bis auf den heutigen Tag alljährlich mit
ca. 3000 Jungpflanzen aus Bad Köstritz bestückt wird.
Das seit jener Zeit in Gera begangene Dahlienfest erhielt ab 1979 in Bad
Köstritz eine zusätzliche Auflage, gefeiert im Park. Heute hat es sich
zum größten Volksfest des Jahres entwickelt.
2003 beging man in ununterbrochener Folge das 25. Dahlienfest in Bad
Köstritz mit einem großen Umzug aller bisher gewählten
Dahlienköniginnen und den Vereinen der Stadt und seiner Umgebung.
1997 stiftete die Stadt eine ,,Christian-Deegen-Gedenkmedaille"
für erfolgreiche Dahlienzüchter in Deutschland, die auf Empfehlung der
DDFGG alljährlich vergeben wird.
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